Information zum Klamottenschwimmen

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Voll bekleidet zu schwimmen ist ein großer Spaß. Probier es aus! Es gibt aber einige Dinge, die Du dabei beachten solltest.

Zunächst gelten auch für das Baden in Klamotten die allgemeinen Regeln für Schwimmer wie z.B.:

     
     
  • - Schwimme nie allein. Auch der beste Schwimmer kann plötzlich im Wasser Krämpfe oder sonstige gesundheitliche Schwierigkeiten bekommen.
  • - Schwimme nie, wenn Du überhitzt bist.
  • - Halte Dich stets von Talsperren fern. Der regulierbare Ablauf des Wassers bewirkt einen Strudeleffekt.
  • - Halte Dich in Baggerseen stets von Schwimmbaggern fern. Auch sie lösen Strudeleffekte aus.
  • - Achte in Gewässern stets auf Strömungen und Temperaturunterschiede.
  • - Beachte Schwimmverbotszonen. Sie dienen meistens der Sicherheit von Schwimmern.
  • - Sei Dir stets Deiner physischen und psychischen Grenzen bewusst, vor allem wenn andere versuchen, Dich zu Aktionen zu überreden, die Deine Fähigkeiten offensichtlich überschreiten.
  • - Springe nicht in ein Dir unbekanntes Gewässer, schon gar nicht mit dem Kopf zuerst.
 
 
Was musst Du sonst noch beachten? Leider besteht vielfach immer noch die Vorstellung, Schwimmen in Kleidung sei schwierig, nasse Kleidung sei schwer und ziehe den Schwimmer stark nach unten. Das ist jedoch völlig falsch. Kleidung ist unter Wasser genauso leicht wie trockene Kleidung über Wasser. Durch den Auftrieb im Wasser wirkt sie für den Schwimmer sogar noch leichter. Schwer wird Kleidung erst, wenn sie aus dem Wasser wieder ins Trockene kommt. Während wir es gewöhnt sind, im trockenen Zustand ein bis zwei Kilo Kleidung mit uns herumzuschleppen, führt die allgemeine Praxis, beim Schwimmen immer die übliche leichte Badebekleidung zu tragen, dazu, dass wir selbst als gute Schwimmer meist nicht damit vertraut sind, mit dem relativ geringen zusätzlichen Gewicht der Kleidung zu schwimmen.

 
 
Obwohl also in Kleidern zu schwimmen viel leichter ist, als viele glauben, ist es trotzdem ein Schwimmen unter erschwerten Bedingungen. Du benötigst eine bessere Kondition als für das Schwimmen in kurzer Badehose oder Bikini. Du solltest Dir bereits eine gute Schwimmtechnik angeeignet haben. Du solltest einkalkulieren, dass Du mit Kleidung weniger schnell und weniger weit schwimmen kannst als ohne und dass es für Rettungskräfte im Notfall schwerer ist, Dich aus dem Wasser zu holen. Gleichzeitig verbessert aber häufiges Schwimmen in Kleidung die Kondition. Es gibt Wasserrettungsorganisationen, bei denen Du jederzeit Selbst- und Fremdrettungstechniken erlernen kannst. Es empfiehlt sich, solche Techniken zu lernen. Du schwimmst dann wesentlich sicherer und bleibst ruhig, wenn etwas nicht gleich so klappt, wie es sollte.

 
 
Für den Anfang solltest Du an einer Stelle, wo Du auch stehen kannst, schwimmen und es mit weniger Kleidung versuchen: Jeans und T-Shirt zum Beispiel. Wenn damit das Schwimmen gut klappt, kannst Du Dich jederzeit steigern. Meide Kleidung mit elastischen Bünden, vor allem wenn sie aus wasserundurchlässigem Stoff besteht. In solcher Kleidung fängt sich Wasser zwischen Körper und Stoff, ohne wieder abfließen zu können. Das so gefangene Wasser addiert sich zum Körpergewicht des Schwimmers und behindert die Schwimmbewegung viel stärker als jede sonstige Kleidung. Von Schuhen ist am Anfang eher abzuraten. Falls Ihr doch welche tragen wollt, wählt leichte Sport- oder Stoffschuhe o.ä. Vor Stiefeln aller Art ist unbedingt zu warnen. Sie ziehen die Füße zu stark nach unten und behindern die Schwimmbewegung stark. Wegen dieses Problems hat sich vielleicht das Gerücht verbreitet, Kleidung ziehe im Wasser nach unten.

 
 
Du solltest in der Lage sein, jederzeit ein Kleidungsstück, das Dich beim Schwimmen zu sehr behindert, im Wasser auszuziehen. Das gilt vor allem für eine Jacke oder ein Sweat-Shirt, wenn Dir durch diese Kleidung die Armbewegung behindert wird. Eine Jacke wirst Du los, indem Du Dich auf den Rücken drehst, die Arme nach unten hältst und die aufgeknöpfte Jacke über die Schultern nach unten gleiten lässt. Ein Sweat-Shirt kannst Du ausziehen, indem Du kurz abtauchst und Dir dabei das Sweat-Shirt über den Kopf ziehst. Übe das mal, natürlich zunächst an einer Stelle, wo Du stehen kannst.

 
 
Die beste Schwimmtechnik in Kleidern ist das Brustschwimmen, denn hierbei ist die Kleidung ständig unter Wasser und belastet Dich daher nicht durch die Schwere, die durch nasse Kleidung über dem Wasser entsteht. Es kommt durch die Kleidung lediglich zu einem gesteigerten Reibungswiderstand beim Anziehen der Beine und Vorstrecken der Arme.

 
 
Das Kraulschwimmen ist nicht so gut geeignet wie das Brustschwimmen, da in der Phase des Armschwungs nach vorne nicht nur das Gewicht der Arme sondern auch der nassen, die Arme bedeckenden Kleidung in der Luft gegen die Schwerkraft bewegt werden muss. Dies kann zu einer frühzeitigen Ermüdung der beteiligten Muskulatur führen. Für das Delphin-Schwimmen gilt diese Einschränkung erst recht, da man hierbei beide Arme gleichzeitig nach vorne schwingt.

 
 
Generell gilt, dass Du so viele Schwimmtechniken wie möglich beherrschen solltest. (Brust-, Kraul-, Delphinschwimmen, jeweils in Bauch- und Rückenlage etc.). Wenn Du in einer bestimmten Situation mit der einen Schwimmtechnik nicht zurecht kommst, kann Dir vielleicht eine andere zumindest kurzfristig weiterhelfen. Du solltest außerdem fähig sein, einfach nur auf dem Wasser zu liegen, am besten in Rückenlage, und mit ganz wenigen Schwimmbewegungen auszukommen. So kannst Du Dich jederzeit erholen und neue Kräfte gewinnen für eine Distanz, die Du noch überwinden musst.

 
 
Das bisher gesagte gilt für den Aufenthalt in relativ warmen Gewässern. Wenn Du (in einer Notsituation z.B.) in kaltes Wasser geraten bist, solltest Du, soweit es geht, Bewegungen vermeiden und daher nicht schwimmen. Wie an Land erwärmt der Körper den Raum zwischen der Haut und dem Stoff, so dass ein kleines Temperaturpolster entsteht, das vor Unterkühlung schützt. Jede Schwimmbewegung zerstört das warme Polster und der Körper muss erneut Energie aufwenden, um ein neues Temperaturpolster zu erzeugen. Schwimmen erzeugt zwar neue Energie und erwärmt den Körper, aber wenn Du in einem kalten Gewässer Dein Wärmepolster durch die Bewegung verlierst, geht Dir mehr Wärme verloren als Du durch die Schwimmbewegung gewinnst. Da ist es schon besser, wenn Du Deine Kleidung als Auftriebskörper verwendest: Wenn Du mehrere Kleidungsstücke übereinander anhast, kannst Du zwischen die Lagen Stoff Luft hineinblasen. Dies funktioniert, weil nasser Stoff wesentlich luftundurchlässiger ist als trockener Stoff. Es ist in dieser Situation sogar günstig, mehrere Lagen Kleidung anzuhaben.

 
 
In kaltes Wasser zu geraten ist eine Ausnahmesituation. Normalerweise hast Du es in der Hand, Dir zusammen mit Deinen Gefährten ein Gewässer auszusuchen, das eine Temperatur hat, die Euch angenehm ist.

 
 
Du siehst also, Schwimmen mit Kleidern ist leicht und die Kleidung hat im Wasser die gleiche Funktion wie über Wasser: Sie bietet Schutz vor Verletzungen und Auskühlung. In manchen Situationen ist sie sogar lebensrettend.

Und jetzt viel Spaß beim Schwimmen.